Wirtschaft

Die Gesundheitswirtschaft ist als herausragender Wirtschaftsfaktor eines der großen Wachstumsfelder in Deutschland. Sie umfasst alle Güter und Dienstleistungen aus den hochinnovativen Branchen Medizintechnik, Pharma und Regenerative Medizin.

Computerunterstützte Analyse der Lunge basierend auf CT-Bilddaten

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DLR Projektträger / BMBF

Die gesellschaftliche Bedeutung der Gesundheitswirtschaft nimmt weiter zu. In den Industrie- und vielen Schwellenländern wächst der Anteil älterer Menschen - einer Bevölkerungsgruppe mit einem deutlich erhöhten Krankheitsrisiko. Folglich steigt der Bedarf an gesundheitsbezogenen Gütern und Dienstleistungen. Zugleich steigen das Gesundheitsbewusstsein der Menschen und ihre Erwartungen an die Gesundheitsversorgung.

Um diese Bedarfe und Erwartungen zu decken, braucht es einen kontinuierlichen medizinischen Fortschritt. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten Innovationen in der Gesundheitswirtschaft. Deutschland ist auf diesem Gebiet gut aufgestellt. Gleichwohl gilt es, die Innovationskraft dieser Branche zu erhöhen, wenn die künftigen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung gemeistert werden sollen. Für dieses Ziel müssen alle Akteure im Innovationssystem Gesundheitswirtschaft effizient zusammenarbeiten.

Mit einer Vielzahl von Maßnahmen trägt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dazu bei, die Innovationskraft der Gesundheitswirtschaft zu erhöhen und die Translation von Forschungserkenntnissen in praktische Anwendungen zu beschleunigen.

Medizintechnik – die Herausforderungen der Zukunft meistern

Die Medizintechnikbranche in Deutschland ist ein hochinnovativer und wachstumsstarker Industriezweig und leistet einen erheblichen Beitrag für die Patientenversorgung. Neben einigen großen Industrieunternehmen, die insbesondere bei medizinisch-technischen Großgeräten den Markt dominieren, bilden die rund 1.200 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und ihre rund 130.000 Mitarbeiter das innovative Rückgrat der Branche.

Mit einer Exportquote von rund 68 Prozent sind die deutschen Firmen international gut aufgestellt und gehören in vielen Bereichen zur Weltspitze. Ausgangsbasis für den wirtschaftlichen Erfolg deutscher Medizintechnikunternehmen im In- und Ausland sind insbesondere die vielen innovativen Produkte – rund ein Drittel des Umsatzes wird mit Produkten erzielt, die jünger als drei Jahre sind.

Damit die deutschen Medizintechnikunternehmen ihrem Ruf als Innovationsführer auf dem Weltmarkt auch weiterhin gerecht werden, hat das BMBF zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie einen nationalen Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“ initiiert. Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Versorgung und Politik wirkten daran mit, eine kohärente Innovationspolitik in der Medizintechnik zu entwickeln.

Schon seit Jahren unterstützt das BMBF den innovativen Medizintechnik-Mittelstand bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Die forschungs- und innovationspolitischen Empfehlungen aus dem Strategieprozess zur Medizintechnik mündeten in das „Fachprogramm Medizintechnik“ zur versorgungs- und industrieorientierten Innovationsförderung im Dienste der Patienten. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt dabei auf der Unterstützung von KMU.

Patientenversorgung verbessern – Innovationskraft stärken

Im Fachprogramm Medizintechnik formuliert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seine Strategie für eine Innovationspolitik aus einem Guss: Es will die Patientenversorgung verbessern und die Innovationskraft der Medizintechnikbranche stärken.

Innovative Medizinprodukte tragen wesentlich dazu bei, dass sich die Gesundheitsversorgung in Deutschland auf einem qualitativ hohen Niveau befindet. Die Medizintechnikbranche ist außerdem ein wichtiger Wachstumsmotor der deutschen Gesundheitswirtschaft. Doch die Hersteller geraten zunehmend unter Druck. Weltweit wandeln sich die Gesundheitssysteme und fokussieren stärker als je zuvor auf eine bedarfsorientierte Patientenversorgung. Für Medizinprodukte-Hersteller bedeutet das letztlich, dass ihre Ideen und Produkte noch stärker dem tatsächlichen Bedarf entsprechen müssen. Das BMBF richtet mit dem Fachprogramm Medizintechnik seine Innovationsförderung an den sich ändernden Rahmenbedingungen aus. Dafür stellt es das Patientenwohl auf der einen und die Innovationskraft der Medizintechnikbranche auf der anderen Seite in den Mittelpunkt. In seinen Förderrichtlinien zielt das BMBF deshalb noch stärker als bisher auf die Patienten und den Versorgungsbedarf. Gleichzeitig adressiert es seine Förderrichtlinien überwiegend an den Mittelstand, um dessen Marktposition national und international zu stärken. Zudem tragen die Förderrichtlinien zu einer engen Vernetzung von Industrie, Wissenschaft und klinischen Anwendern bei. So will das BMBF erreichen, dass innovative Ansätze schneller aus der Forschung in die Anwendung kommen. Interessenten, die sich um eine Förderung bewerben, müssen darstellen, dass ihr angestrebtes Medizinprodukt oder ihre medizintechnische Lösung das Potenzial hat, die medizinische Versorgung zu verbessern.

Für das auf zehn Jahre angelegte Fachprogramm Medizintechnik stellt das BMBF bis zum Jahr 2021 zunächst insgesamt 240 Millionen Euro zur Verfügung. Neben konkreten Förderrichtlinien ist auch die Evaluation dieser Maßnahmen fester Bestandteil des Fachprogramms. So soll analysiert werden, inwieweit sie sich auf das Innovationssystem Medizintechnik ausgewirkt haben.

Die „Stellschrauben“ der Innovationsförderung wurden im Rahmen des Nationalen Strategieprozesses „Innovationen in der Medizintechnik“ identifiziert. Diesen hatte das BMBF gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Bundesministerium für Gesundheit sowie Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und der Selbstverwaltung 2011 ins Leben gerufen. Die Teilnehmer erarbeiteten Handlungsempfehlungen für Politiker, Branchenvertreter und andere Verantwortliche im Gesundheitssystem. Das Fachprogramm Medizintechnik greift die zentralen forschungs- und innovationspolitischen Handlungsempfehlungen des Schlussberichts zum Strategieprozess auf.

Neue Strategie der Innovationsförderung

Informationen für Innovatoren

Die Nationale Informationsplattform Medizintechnik – Medizintechnologie.de – bietet breit gefächerte Informationen an der Schnittstelle zwischen öffentlicher Hand und privatem Sektor, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Innovationsprozess zu unterstützen.

Als Informationsdrehscheibe zwischen öffentlicher Hand und privatem Sektor vermittelt die Nationale Informationsplattform Medizintechnik einen Überblick über medizinische Bedarfsfelder, Entwicklungen in der Medizintechnik, politische Rahmenbedingungen, Märkte sowie Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. Ob neue Richtlinien, Verordnungen oder Technologien – Medizintechnologie.de informiert täglich über die aktuellen Entwicklungen, die die Branche bewegen. Ein Überblick über die wichtigsten deutschen und europäischen Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, Beschlüsse und Empfehlungen zum Medizinprodukterecht rundet das umfassende Informationsangebot der Plattform ab.

Daneben hält Medizintechnologie.de umfangreiche Datenbanken bereit. In der Akteursdatenbank sind Akteure im Innovationssystem Medizintechnik gelistet – aus Industrie ebenso wie aus Gesundheitsversorgung, Wissenschaft und der öffentlichen Hand in Deutschland. Die Einträge können nach diversen Kriterien gefiltert werden. So ist es leicht, Partner zu finden und sich zu vernetzen. Eine Bekanntmachungsdatenbank enthält alle relevanten Förderrichtlinien der öffentlichen Hand zur oder im Umfeld der Medizintechnik. Die Förderprojektdatenbank vermittelt einen Überblick über laufende Förderprojekte im Bereich Medizintechnik.

InnovationsLOTSE gibt Orientierung

Herzstück der Plattform ist der InnovationsLOTSE, ein virtueller Wegweiser von der Idee für eine Innovation bis zum fertigen Medizinprodukt. Der InnovationsLOTSE erklärt den Innovationsprozess Schritt für Schritt entlang der Innovationsstufen Forschung – Entwicklung – Zertifizierung – Erstattung – Markt. Neben einem kompakten Überblick werden wesentliche Begriffe eingehend erläutert. Checklisten, Musterformulare und interaktive Schritt-für-Schritt-Anleitungen helfen bei der Planung des Innovationsprozesses.

Nationale Informationsplattform Medizintechnik