Einzelprojekt

Die Implantat-freie Loop Tenodese im Vergleich zur arthroskopischen Ankertenodese zur Behandlung der langen Bizepssehne

Förderkennzeichen: 01KG2404
Fördersumme: 737.303 EUR
Förderzeitraum: 2024 - 2028
Projektleitung: Prof. Dr. Maximilian Kerschbaum
Adresse: Universitätsklinikum Regensburg, Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg

Das primäre Ziel der Studie ist die wissenschaftliche Untersuchung einer neuartigen Implantat-freien arthroskopischen Operationstechnik zur Versorgung von Pathologien der langen Bizepssehne der Schulter im Vergleich zur bisherigen Standard-Versorgung. Die lange Sehne des Bizepsmuskels ist in der erwachsenen Bevölkerung aller Altersgruppen häufig für Schulterschmerzen verantwortlich. So finden sich bei über 75% der Gelenkspiegelungen der Schulter behandlungsbedürftige Veränderungen dieser Sehne. Die derzeitige Standardbehandlung sieht einen Versatz des Sehnenursprungs in ein mechanisch weniger beanspruchtes Areal des Oberarmkopfes vor (Tenodese). Für die Verankerung am neuen Sehnenursprung gelten derzeit Implantate (z. B. Fadenanker, Buttons, Interferenzschrauben) als anerkannter Goldstandard. Allerdings sind in der Literatur Komplikationen nach Verwendung solcher Knochenimplantate beschrieben worden wie z. B. Implantat-Irritationen, -Infektionen, -Dislokationen oder Implantat-abhängige Frakturen. Als leicht zu erlernendes und schnell durchzuführendes Alternativ-Verfahren zu den bisherigen Tenodeseverfahren wird die Implantat-freie Loop Tenodese-Technik bereits zunehmend im klinischen Alltag eingesetzt. Die Besonderheit ist die stabile Verankerung der Sehne ohne die Verwendung eines Implantats. Die neue Technik konnte in ersten biomechanischen Analysen und einer prospektiven Kohortenstudie vergleichbare funktionelle Ergebnisse zur Standard-Tenodesetechnik in Vergleichskollektiven der Literatur erzielen. Daher sollen nun die postoperativen funktionellen Ergebnisse der neuen Loop Tenodese-Technik in einer direkt vergleichenden multizentrischen randomisiert-kontrollierten Studie mit den Ergebnissen einer Implantat-basierten Standardtechnik verglichen werden. Zusätzlich soll die Hypothese untersucht werden, dass die Komplikationsrate durch die Implantat-freie Technik nicht erhöht ist, sondern eher sinkt, da Implantat-bedingte Komplikationen vermieden werden können.