Das diesjährige Motto „Mein Herz, dein Herz“ soll dazu anregen, nicht nur der eigenen, sondern auch der Herzgesundheit anderer Menschen im Alltag mehr Achtsamkeit zu schenken.
In den vergangenen Jahrzehnten konnte die Herz-Kreislauf-Medizin große Erfolge verzeichnen. So ging beispielsweise die Herzinfarkt-Sterblichkeit in den vergangenen zehn Jahren um fast die Hälfte zurück, unter anderem dank besserer Medikamente und gesunkenem Tabakkonsum. Und dennoch – Herz-Kreislauf-Erkrankungen waren nach einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes auch im Jahr 2016 die häufigste Todesursache in Deutschland.
80 Prozent der Todesfälle sind durch eine gesunde Lebensweise vermeidbar
Ziel des Weltherztages ist es, Menschen besser darüber zu informieren, wie sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einem Schlaganfall vorbeugen können. Sie sollen motiviert werden, gesünder zu essen, ihren Alltag bewegt und aktiv zu gestalten, Stress einzudämmen und nicht zu rauchen. Laut World Heart Federation (WHF) könnten durch eine gesunde Lebensweise rund 80 Prozent der Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfall vermieden werden.
Der Weltherztag ist eine Initiative der World Heart Federation, in der sich die Herzstiftungen und kardiologischen Fachgesellschaften von mehr als 100 Ländern zusammengeschlossen haben. Die Interessen von Deutschland vertritt dabei die Deutsche Herzstiftung e.V.
Erforschung von Herz-Kreislauferkrankungen am DZHK
Die Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit seiner Forschungsförderung weiter verbessern. Ein Schwerpunkt dieser Förderung ist das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK): Im Jahr 2018 förderte das BMBF das DZHK mit rund 37 Millionen Euro. Innerhalb des DZHK arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler deutschlandweit an sieben Standorten zusammen. Ihr Fokus liegt auf der Vorbeugung und Therapie des Herzinfarkts und der Herzschwäche sowie auf der Vorbeugung des plötzlichen Herztodes.
Wenn Menschen mit Brustschmerzen in die Notaufnahme kommen, stellt sich sofort die Frage: Herzinfarkt oder nicht? Ist das Elektrokardiogramm (EKG) nicht eindeutig, müssen Ärztinnen und Ärzte bis zu zehn Stunden warten, um einen Infarkt sicher diagnostizieren und Maßnahmen zielgenau einleiten zu können.
Hamburger DZHK-Forscher haben eine Methode entwickelt, die dieses Zeitfenster auf eine Stunde reduziert. Per Bluttest bestimmen sie, wie sich die Konzentration eines Herzinfarkt-Markers binnen 60 Minuten ändert. Als Marker dient ein Eiweiß, das nur im Herzen vorkommt und das bei einem Infarkt in den Blutkreislauf gelangt. „Wir haben das in den medizinischen Leitlinien niedergeschriebene Konzept zur Diagnose eines akuten Herzinfarkts aufgebrochen“, sagt Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die neuen Ergebnisse werden unmittelbar in die Behandlung vieler Patientinnen und Patienten einfließen.
Das Testkonzept beruht auf den Daten von mehr als 22.000 Patientinnen und Patienten aus 13 Ländern. „Diese Daten haben wir in Hamburg harmonisiert und analysiert“, erklärt Dr. Johannes Neumann vom UKE. „Auf dieser Basis haben wir einen Risiko-Kalkulator erarbeitet. Er bietet die Möglichkeit einen individuellen Algorithmus zur Herzinfarktdiagnostik zu entwickeln und soll Notfallmedizinerinnen und -medizinern künftig bei ihren therapeutischen Entscheidungen unterstützen“, so Neumann.
Mehr Informationen auf der DZHK-Homepage:
UKE: Personalisierter Algorithmus hilft Herzinfarkt schneller und sicherer zu erkennen
Breites BMBF-Förderspektrum zu Herz-Kreislauferkrankungen
Über die Förderung des DZHK hinaus verfolgt die Förderstrategie des BMBF weitere und vielfältige Ansatzpunkte zur Erforschung von Herz-Kreislauferkrankungen. So fördert es beispielsweise