Verbund

NEURON-Verbund MicroKin

Die Mikrozephalie ist eine Entwicklungsstörung, die durch eine erhebliche Reduktion des Gehirnvolumens charakterisiert ist und oft mit schweren geistigen Behinderungen einhergeht. Die Mechanismen, die zur Entstehung der Mikrozephalie führen, sind bisher nur unzureichend erforscht. Daher ist es das Ziel des Forschungsverbundes „MicroKin“ genetische und zelluläre Ursachen der Mikrozephalie aufzuklären. Der Verbund fokussiert seine Arbeit auf eine Gruppe von Genen, die eine zentrale Rolle in der Steuerung der Gehirnentwicklung haben und in Zusammenhang mit der Mikrozephalie stehen. Der Verbund untersucht das Zusammenspiel dieser Gene (MCPH1, MCPH3 und MCPH5) an menschlichem Gehirngewebe und Zellkulturen sowie im Mausmodell und will Mechanismen aufklären, die in den komplexen Signalwegen zu Fehlentwicklungen führen. Die zu erwartenden Ergebnisse könnten neue Therapieansätze ermöglichen. Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst jeweils eine Forschungsgruppe aus Belgien, Deutschland, Frankreich und Spanien. Die deutsche Gruppe trägt insbesondere durch die Charakterisierung der Genaktivität während der Gehirnentwicklung zu den Verbundzielen bei.

Teilprojekte

Abgeschlossen

Entschlüsselung der vielfältigen Pathogenese-Signalwege, die der kongenitalen autosomal rezessiven primären Mikrozephalie (MCPH) zugrunde liegen, in murinen und humanen Gehirnen

Förderkennzeichen: 01EW1608
Gesamte Fördersumme: 238.184 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Wieland B. Huttner
Adresse: Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik
Pfotenhauerstr. 108
01307 Dresden

Entschlüsselung der vielfältigen Pathogenese-Signalwege, die der kongenitalen autosomal rezessiven primären Mikrozephalie (MCPH) zugrunde liegen, in murinen und humanen Gehirnen

Mikrozephalie ist eine Entwicklungsstörung des Menschen (ca. 2% der Gesamtbevölkerung, geistige Behinderung), die durch eine Verkleinerung des Kopfes, z. B. der Reduktion des Kopfumfanges um drei Standardabweichungen im Vergleich zum Mittelwert eines Menschen gleichen Geschlechts und Alters, definiert ist. Die speziell den Neokortex betreffenden Prozesse beruhen u. a. auf genetisch verursachten Formen der Mikrozephalie (MCPH). Es werden 1) die zellulären und molekularen Mechanismen entschlüsselt, die in MCPH involviert sind, wobei man sich auf 3 MCPH Gene (MCPH1 (BRIT1), MCPH3 (CDK5RAP2) und MCPH5 (ASPM)) konzentrieren wird; 2) die Rolle der Zellzyklus-Kinasen (AuroraA und Plk1) in der Kontrolle der verschiedenen MCPH Proteine und ihren möglichen Interaktionen bestimmt; und 3) die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Nagern und Menschen in der Funktion der MCPH Proteine und der Kinasen in neocorticalen Vorläuferzellen untersucht.