Verbund

SysMedSUDs - Ein systemmedizinischer Ansatz für die Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden bei Resilienz- und pathologischen Mechanismen von Substanzgebrauchsstörungen

Suchterkrankungen, die durch die Abhängigkeit von Substanzen entstehen, werden auch Substanzgebrauchsstörungen oder SUDs genannt (engl.: substance use disorder). Die Betroffenen kennzeichnet ein zwanghafter Drogenkonsum; selbst nach jahrelanger Abstinenz können noch Verlangen und Rückfälle auftreten. Alkohol, Nikotin, Cannabis, Opioide und Stimulanzien sind die häufigsten Auslöser. SUDs sind kein Randproblem der Gesellschaft, sondern schwere chronische Krankheiten. Sie beeinträchtigen die Gesundheit der Betroffenen und verursachen erhebliche soziale und volkswirtschaftliche Probleme.

Während man bei den Gemeinsamkeiten der Verhaltensweisen bei verschiedenen Abhängigkeiten bereits einiges erforscht hat, liegen die grundlegenden pathophysiologischen Gemeinsamkeiten in den SUD-Pathologien noch weitgehend im Dunkeln.

In der Fördermaßnahme „Systemmedizinische Forschungsverbünde“ sollen Forscherinnen und Forscher durch eine systemorientierte Herangehensweise die komplexen physiologischen und pathologischen Prozesse von SUDs in ihrer Gesamtheit besser verstehen. Der Forschungsverbund SysMedSUDs untersucht, welche epigenetischen, transkriptomischen und neurochemischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede die durch Alkohol, Nikotin, Heroin, Cannabis oder Kokain verursachten SUDs kennzeichnen. Die verschiedenen Systemebenen werden sowohl beim Menschen als auch bei Nagetieren untersucht. Dadurch wollen die Forschenden Resilienz- und Pathomechanismen der Erkrankungen besser verstehen.

Die Ergebnisse des Forschungsverbundes können Auswirkungen auf Diagnose, Präzisionsmedizin, Komorbiditäten, Suchttheorien und sozialpolitische Entscheidungen wie Legalisierung und Besteuerung haben. Sie sollen auch helfen, Präventions- und Therapieansätze zu verbessern oder neue zu entwickeln.

Teilprojekte

Koordination, Signaturanalysen, neuronale Netzwerke, MR-Spektroskopie und Validierung

Förderkennzeichen: 01ZX2209A
Gesamte Fördersumme: 2.457.910 EUR
Förderzeitraum: 2023 - 2025
Projektleitung: Prof. Dr. Rainer Spanagel
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
I 5
68159 Mannheim

Koordination, Signaturanalysen, neuronale Netzwerke, MR-Spektroskopie und Validierung

Der Verbund SysMedSUDs will bestimmen, inwieweit Alkohol-, Nikotin-, Heroin-, Cannabis- und Kokainkonsumstörungen genetische, epigenetische, transkriptomische und neurochemische Mechanismen gemeinsam haben. In einem konvergenten Ansatz werden mehrere Systemebenen in Substanzgebrauchsstörungen (SUDs) gleichzeitig bei Menschen und Ratten untersucht. Große Proben von SUDs-Patienten aus mehreren Konsortien (z. B. PGC und britische Biobank) zusammen mit postmortalem Hirngewebe verstorbener Patientinnen und Patienten werden vergleichende Einblicke in unterschiedliche und überlappende genetische, epigenetische und transkriptomische Signaturen von SUDs von einer globalen Netzwerkebene bis zu einer zellulären Ebene geben. Eine vergleichende Analyse von Gehirnorganoiden, die von SUD-Patienten stammen, wird arzneimittelinduzierte transkriptionelle Veränderungen auf Einzelzellebene aufzeigen. Ein neuartiger in Silico-Ansatz und Spektroskopie an Patientinnen und Patienten werden Veränderungen in neurochemischen Konnektomen in SUDs aufdecken. Rattenmodelle für Sucht bieten eine große Gesichts-, Konstrukt- und Vorhersagevalidität und werden verwendet, um die funktionale Relevanz der mehrstufigen Analysen von menschlichem Biomaterial und in silico-getriebenen Vorhersagen zu untersuchen. Zusammenfassend wird das interdisziplinäres Konsortium zu einem Verständnis der unterschiedlichen und gemeinsamen Resilienz und Pathomechanismen von SUDs führen.

Untersuchung des Neurotransmitter-Gleichgewichts bei SUD-Patienten mittels MR-Spektroskopie

Förderkennzeichen: 01ZX2209C
Gesamte Fördersumme: 58.702 EUR
Förderzeitraum: 2023 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Henrik Walter
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité-Mitte, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Untersuchung des Neurotransmitter-Gleichgewichts bei SUD-Patienten mittels MR-Spektroskopie

In einem konvergenten Ansatz werden im Rahmen eines interdisziplinären Konsortiums mehrere Systemebenen untersucht, um herauszufinden, inwiefern sich verschiedene Substanzgebrauchsstörungen (SUDs) unterscheiden und welche gemeinsamen genetischen, epigenetischen, transkriptomischen und neurochemischen Mechanismen vorliegen. Im Rahmen dieses Teilprojekts wird das Verhältnis der zentralen exzitatorischen und inhibitorischen Neurotransmittersysteme bei Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen SUDs durch Nutzung der Magnetresonanzspektroskopie (MRS) untersucht und miteinander verglichen, um gemeinsame 

Abgeschlossen

Koordination, Signaturanalysen, neuronale Netzwerke, MR-Spektroskopie und Validierung

Förderkennzeichen: 01ZX1909A
Gesamte Fördersumme: 2.082.846 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Rainer Spanagel
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J 5
68159 Mannheim

Koordination, Signaturanalysen, neuronale Netzwerke, MR-Spektroskopie und Validierung

Substanzgebrauchsstörungen (SUDs) sind definiert durch zwanghaften Drogenkonsum, Verlangen und Rückfälle, die auch nach Jahren der Abstinenz auftreten können. SUDs umfassen mehrere Substanzklassen, einschließlich Alkohol, Nikotin, Cannabis, Opioide und Stimulanzien. Eine grundlegende Frage in der Suchtforschung ist: "Wie unterscheiden sich die verschiedenen SUDs und welche gemeinsamen pathologischen Phänomene gibt es?" Im Projekt SysMedSUDs wird untersucht, inwieweit Störungen, die mit Alkohol-, Nikotin-, Heroin-, Cannabis- oder Kokainkonsum einhergehen, genetische, epigenetische, transkriptomische und neurochemische Mechanismen teilen. Es werden mehrere Systemebenen bei Menschen und Ratten parallel untersucht. Die Ergebnisse werden Auswirkungen auf Diagnose, Präzisionsmedizin, Komorbiditäten, Suchttheorien und sozialpolitische Entscheidungen wie Legalisierung und Besteuerung haben.

Abgeschlossen

In silico Vorhersage von dynamischen Veränderungen im neurochemischen Konnektom bei Suchterkrankungen

Förderkennzeichen: 01ZX1909B
Gesamte Fördersumme: 257.346 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: PD Dr. Dr. Hamid Noori
Adresse: Max-Planck-Gesellschaft (MPG), vertreten durch das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik
Max-Planck-Ring 8 - 14
72076 Tübingen

In silico Vorhersage von dynamischen Veränderungen im neurochemischen Konnektom bei Suchterkrankungen

Substanzgebrauchsstörungen (SUDs) sind definiert durch zwanghaften Drogenkonsum, Verlangen und Rückfälle, die auch nach Jahren der Abstinenz auftreten können. SUDs umfassen mehrere Substanzklassen, einschließlich Alkohol, Nikotin, Cannabis, Opioide und Stimulanzien. Eine grundlegende Frage in der Suchtforschung ist: "Wie unterscheiden sich die verschiedenen SUDs und welche gemeinsamen pathologischen Phänomene gibt es?" Im Projekt SysMedSUDs wird untersuchen, inwieweit Störungen, die mit Alkohol-, Nikotin-, Heroin-, Cannabis- oder Kokainkonsum einhergehen, genetische, epigenetische, transkriptomische und neurochemische Mechanismen teilen. Es werden mehrere Systemebenen bei Menschen und Ratten parallel untersucht. Im Teilprojekt 4 werden vergleichende in silico-Untersuchungen auf der Systemebene des neurochemischen Konnektoms durchgeführt. Ziel dabei ist für die verschiedenen Drogenklassen gehirnweite Veränderungen der Neurotransmitterveränderungen mathematisch zu berechnen und sogenannte neurochemische Fingerprints für die fünf Drogenklassen nach akuter und chronischer Einnahme zu ermitteln.